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Erste Testfahrt in Paris

Dacia Logan Van und Pick-Up: Für Arbeit und Freizeit

(ch: 05.02.2009)

Dacia weitet seine Politik des guten Preis/Leistungsverhältnisses weiter aus und bietet mit dem Logan Van und Pick-Up nun auch günstige Alternativen für den gewerblichen Einsatz.


In der Zulassungsstatistik 2008 konnte Dacia eine Steigerung von satten 137 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen: Ein deutlicher Beweis, wie gut die Strategie, viel Auto für wenig Geld zu bieten, bei Österreichs Autofahrern ankommt. Schon ohne Sandero wäre sich ein deutliches Plus ausgegangen, aber das im Juli 2008 in den Verkauf gegangene neue Modell trägt einen entscheidenden Teil zu diesem sensationellen Ergebnis bei.

 

Um einen Erfolg in einer ähnlichen Größenordnung auch für das laufende Jahr zumindest anpeilen zu können, setzt Dacia die richtige Maßnahme und weitet das Modellprogramm noch weiter aus – und zwar in Richtung einer komplett neuen Zielgruppe. Mit den Nutzfahrzeugmodellen Logan Van und Pick-Up bietet man nun auch dem Gewerbetreibenden robuste Fahrzeuge an, die sich durch ein gutes Preis/Leistungsverhältnis auszeichnen. Noch besser für den Hersteller ist es in diesem Fall, dass man dafür kein komplett neues Modell konzipieren musste, sondern ein bestehendes Fahrzeug (den Logan MCV) entsprechend überarbeiten konnte. Das spart Entwicklungs- und Herstellungskosten, vor allem beim Van, der mit dem Basisfahrzeug MCV zu 90 Prozent identisch ist. Bei der Konstruktion des Pick-Ups ist der Aufwand größer, dafür aber auch die Zielgruppe breiter: Während sich wahrscheinlich nur eine Handvoll an Privatpersonen für den Van entscheiden werden, bietet sich der Pick-Up auch als ideales Fahrzeug für alle Freizeitsportler an, deren Hobby den Transport größer dimensionierter Sportgeräte – Fahrräder, Geländemotorräder und ähnliches – erfordert.

 

Schon seit einiger Zeit werden die beiden Logan-Nutzfahrzeugmodelle in Rumänien, Bulgarien und der Türkei verkauft und haben dort bereits eine weitere Tugend unter Beweis gestellt: Im harten gewerblichen Einsatz auf teilweise sehr schlechten Straßen erwiesen sie sich als robust und zuverlässig. Dafür sorgen unter anderem eine serienmäßige Schutzabdeckung unterhalb von Motor und Getriebe sowie eine Bodenfreiheit von 15,5 Zentimetern, die zusammen mit den langen Federwegen auch die Benutzung schwer befahrbarer Wege ermöglicht, soweit es der Grip der Antriebsräder gestattet. Den langfristigen Werterhalt sollen ein umfangreicher Steinschlagschutz und verzinkte Karosseriebleche gewährleisten. 

 

Dacia Logan Van

 

Wie bereits erwähnt: Beim Logan Van handelt es sich mehr oder weniger um den MCV mit verblechten hinteren Seitenfenstern und einer Ladefläche, die durch eine Kunststofftrennwand nach vorne zum Cockpit begrenzt ist. Selbst die hinteren Seitentüren blieben bis auf die Verblechung unverändert. Das hat gegenüber einer seitlichen Schiebetür den Vorteil, dass der Laderaum von beiden Seiten zugänglich ist und bei den Herstellungskosten noch einmal gespart werden konnte, beschränkt unter Umständen die Lademöglichkeit in engen Schrägparkplätzen allerdings auf die Heckluke. Die im Verhältnis 1:2 geteilten hinteren Doppelflügeltüren sind ebenfalls vom Logan MCV bekannt und in einem Winkel von 40, 90 und 180 Grad arretierbar.

 

4,45 Meter ist der Logan Van lang, die Laderaumlänge beträgt 1,94 Meter. Das gestattet ein Fassungsvermögen des Laderaums von 2.500 Litern bei einer maximalen Breite von 1,42 Metern (1.02 Meter zwischen den Radkästen), wobei die Ladung bis zu 800 Kilogramm wiegen darf und über eine Ladekante hineingehoben wird, die mit 58,2 Zentimeter praxisgerecht niedrig ausgefallen ist.

 

Zwei Benzinmotoren und zwei Versionen des 1,5 dCi-Dieselaggregats sind für den Logan Van verfügbar, wobei sich vor allem der Dieselmotor für den gewerblichen Einsatz anbietet. Zusätzlich zu den Vorteilen eines geringeren Treibstoffverbrauchs (68 PS-Version: 5,3 l/100km; 86 PS-Version: 5,2 l/100 km) und niedriger CO2-Emissionen (140 bzw. 137 g/km, beide werden deshalb mit dem Dacia-Umweltprädikat „eco2“ ausgezeichnet) verfügt dieses Triebwerk schon in der schwächeren Variante über ein deutlich höheres Drehmoment als die Benziner und spielt diesen Vorteil vor allem bei beladenem Fahrzeug aus.

 

Für eine kurze Testfahrt stand uns die 68 PS-Version zur Verfügung, deren Triebwerk für ausreichenden Vortrieb sorgt, ohne den Fahrer mit übermäßiger Leistung zu überfordern. Die weiter oben erwähnten langen Federwege führen trotz eines zusätzlichen Querstabilisators zu einer spürbaren Karosserieneigung bei forscher gefahrenen Kurven, was dazu führt, sportliche Ambitionen sofort im Keime zu ersticken. Pluspunkte gibt es im Bereich der Bremsen: Der Logan Van kommt schnell und sicher zum Stillstand, dazu tragen nicht nur die gegenüber dem MCV vergrößerten Trommelbremsen hinten bei, sondern auch das Bosch ABS-System mit elektronischer Bremskraftverteilung, mit dem Van und Pick-Up serienmäßig ausgerüstet sind. Das Cockpit folgt ganz den Richtlinien der Dacia-Philosophie und konzentriert sich auf das Wesentliche: Unnötigen Luxus und verspielte Details sucht man vergebens. Den erwartet man allerdings auch nicht bei einem Fahrzeug, das in der Basisversion als 1,4 Liter-Benziner bereits ab 6.990,- Euro (exkl. MwSt.) angeboten wird. Für die sparsamere und durchzugsstärkere 68 PS-Diesel-Variante sind 8.690,- Euro (exkl. MwSt.) auszulegen.

 

Dacia Logan Pick-Up

 

Als enger Verwandter des Logan Van – zu 80 Prozent sind die Bauteile dieser beiden Modelle gleich – präsentiert sich der Pick-Up dennoch als völlig anderes Fahrzeug, vielleicht auch deshalb, weil man ein Fahrzeug dieser Art eher mit Strand oder Reiterhof verbindet und weniger mit Baustelle und Botendienst. Auf der Zeitgeist-Skala nimmt ein Pick-Up einen deutlich höheren Rang ein als ein Kastenwagen und dementsprechend groß war auch die Nachfrage nach einer Testfahrt mit diesem Fahrzeug bei der Modellvorstellung. Gerne wären wir die stärkste Dieselversion mit 86 PS (Durchschnittsverbrauch 5,2 l/100 km, CO2-Ausstoß 137 g/km) gefahren, die neben dem 1,6 Liter-Benzinmotor angeboten wird, mussten uns aber dann doch wieder mit dem schwächeren Selbstzünder (68 PS) begnügen, der sich laut Werk mit 5,3 l/100 km (140 g/km CO2) begnügen soll. Vielleicht ist es ein reiner Placebo-Effekt, der sich durch das trendige Aussehen des Pick-Ups (das vor allem im Bereich des hinteren Abschlusses des Fahrerhauses und der Heckklappe alle ästhetischen Anforderungen erfüllt) einstellt, doch das im Van noch als unaufregend beschriebene Dieselaggregat zeigt sich hier deutlich lebendiger, was nur zum Teil auf das 50 Kilogramm leichtere Eigengewicht zurückzuführen ist (Pick-Up: 1.140 kg, Van: 1.190 kg).

 

Auch das Fahrwerk fühlt sich beim Pick-Up deutlich straffer an und lässt einigermaßen engagierte Kurvengeschwindigkeiten zu. Da ist es von großen Vorteil, dass die 1,81 Meter lange und 1,37 Meter breite Ladefläche bereits serienmäßig mit 14 Zurrösen versehen ist, mit der die Ladung sicher befestigt werden kann. Dass der Pick-Up jedoch nicht nur zum Transport von Sport- und Freizeitgerät geeignet ist, sondern auch im harten gewerblichen Einsatz alle Anforderungen erfüllt, das sollen folgende Zahlen beweisen: Wie beim Van beträgt auch hier die Nutzlast 800 Kilogramm, wobei die Heckklappe mit 300 Kilogramm belastet werden kann. Zwei robuste Bügel vor dem Heckfenster sorgen dafür, dass die Ladung einem Unfall nicht in das Fahrerhaus eindringen kann. Eine zusätzliche Lademöglichkeit im Inneren der Kabine bietet ein 300 Liter fassender Stauraum hinter den Sitzen. Als Benzinmodell ist der Pick-Up bereits ab 7.190,- Euro (exkl. MwSt.) zu haben. Der Preis für die deutlich sparsameren Dieselmodelle beginnt bei 8.690,- Euro (exkl. MwSt.) für die 68 PS-Version, die dann allerdings bereits in der gehobenen „Ambiance“-Ausstattung geliefert wird.

 

Es ist ein kluger Schachzug, mit dem Dacia danach strebt, nun auch weitere Kundenkreise zu überzeugen: Einerseits bietet man Gewerbetreibenden neue preisgünstige Alternativen im Bereich der Nutzfahrzeuge, andererseits betritt man mit dem Pick-Up ein Segment, das den Kunden nicht gerade mit einem übermäßig großen Angebot verwöhnt. Sollte sich der Pick-Up auch als Freizeitmobil durchsetzen, könnte das zusätzlich zu den möglichen höheren Absatzzahlen den Vorteil eines weiteren Imagewandels der Marke bringen. Beide Fahrzeuge sind ab Mitte März erhältlich.


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