|
|
|
Weiterführende Links
Alternative Antriebsarten
Saubere Autos am Genfer Automobilsalon Teil 2
(04.03.2010)Natürlich ist die Elektromobilität noch immer ein ganz großes Thema in Genf, besonderes Augenmerk legen die Hersteller allerdings auf den Hybridantrieb, der nun ganz neue Fahrzeugsegmente erobert.
Hybridantrieb
In dieser alternativen Antriebsart sieht ein Großteil der Hersteller den gängigsten Weg, die CO2-Emissionen in näherer Zukunft deutlich verringern zu können. Einerseits wird der Plug-in-Hybridantrieb die elektrischen Fahranteile entsprechender Fahrzeuge vergrößern, andererseits sind Hybridfahrzeuge nicht mehr nur in den oberen Fahrzeugsegmenten, sondern nun auch in der Kompaktklasse zu finden, was diese Antriebsart größeren Käuferkreisen zugänglich macht.
Federführend ist hier einmal mehr Hybrid-Pionier Toyota: Der Prius mit Plug-In-Technologie soll 2012 auf den Markt kommen, der kompakte Auris HSD ist bereits serienfertig. Beim Suzuki Swift Plug-In handelt es sich zwar noch um eine Studie, diese bietet die nachhaltige Technologie allerdings sogar in der Karosserie eines Kleinwagens. In Kooperation mit Proton entwickelte Giugiaro das Konzept eines Stadtautos, das italienisches Design mit einem sauberen Hybridantrieb kombiniert. Ungewöhnliches Styling und dasselbe Antriebskonzept kombiniert das Concept Car Citroen Revolte. Auch Lexus stellt sich neuen Aufgaben und präsentiert mit dem CT200h seine erste Kompaktlimousine mit Vollhybridantrieb.
Dennoch handelt es sich bei den meisten in Genf gezeigten Hybridmodellen noch immer um Vertreter höherer Fahrzeugklassen, wo eine entsprechende Version nun fast schon zum guten Ton gehört. Die neuen Generationen der SUV-Modelle Volkswagen Touareg und Porsche Cayenne inkludieren praktisch ab Markteinführung eine Hybridversion, Mitsubishi rüstet die SUV-Studie Concept PX MiEV mit einem Benzin-, zwei Elektromotoren und Plug-In-Technologie aus und gestattet damit einen Blick in eine mögliche Serienzukunft. BMW stellt auf Basis der neuen 5er Serie genauso wie Audi für die A8-Familie ein Hybrid-Modell in Aussicht, Mercedes-Benz kontert mit dem E 300 BlueTec Hybrid, der Ende 2011 auf den Markt kommen soll. Hyundai zeigt die Studie HED-7 i-flow mit aerodynamischer Karosserie und Diesel-Hybridantrieb als möglichen Sonata-Nachfolger, Subaru feiert die Europa-Premiere des Hybrid Tourer Concept. Der PSA-Konzern setzt sowohl beim Concept 5 by Peugeot, der Vorschau auf die nächste Mittelklasselimousinen-Generation, als auch bei der kompakteren Studie Citroen DS High Rider auf die Kombination aus Dieselaggregat und Elektromotor. Die sogenannte HYbrid4-Technologie sorgt darüber hinaus für eine innovative Form des Allradantriebs und kann in Verbindung mit einem leistungsstarken Benzinmotors auch in Sportwagen eingesetzt werden – wie man anhand des Peugeot Concept SR1 beweist.
Sportlich ist auch das Kompakt-Coupé CR-Z, mit dem Honda den Hybridantrieb für jüngere Zielgruppen attraktiv machen möchte. Fisker zeigt einmal mehr den eleganten Karma, Kia die dynamisch gezeichnete Studie Ray mit Plug-In-Technologie. Den endgültigen Beweis, dass dieses Antriebskonzept nun auch im Sport- und Rennwagenbereich voll akzeptiert ist, treten drei der renommiertesten Hersteller im Segment an: Lotus überrascht mit dem Evora Hybrid, Porsche zeigt den 911 GT3 R Hybrid sowie den Mittelmotor-Boliden 918 Spyder und Ferrari präsentiert eine gewohnt spektakuläre und ungewohnt grün lackierte Sportwagen-Studie mit Hybridantrieb.
Elektroantrieb
Mitsubishi i-MiEV, Peugeot iOn und Citroen C-Zero heißen die drei (eng miteinander verwandten) Elektroautos, die noch heuer auf den Markt kommen. Fast jede renommierte Marke arbeitet am eigenen E-Modell, manche werken im Verborgenen, andere wiederum präsentieren ihre revolutionären oder sogar seriennahen Lösungen in Genf. Hinzu kommen eine ganze Reihe an Spezialfirmen, die ihre geringere Bekanntheit in der Öffentlichkeit mit einer vielleicht größeren Erfahrung auf diesem Gebiet ausgleichen und damit fast gleichberechtigt an den Start gehen.
Inzwischen beschränkt sich der Bereich der Elektromobilität (zumindest im Prototypenstadium) auch nicht mehr auf Kleinst- und Kleinwagen: BMW zeigt den Concept ActiveE, eine Studie auf Basis der 1er Reihe, Nissan präsentiert den fast 4,50 Meter langen, fünfsitzigen Leaf, Ford hat den Focus BEV im Probebetrieb, die chinesische Marke BYD präsentiert die Elektro-Limousine e6 und Renault zeigt ein weiteres Mal seine Familie an Elektrofahrzeugen, die auch größere Modelle umfasst. Seat präsentiert die Studie eines elektrische SportCoupés unter der Bezeichnung IBE als jungen Sportwagen für morgen. Audi verbindet die Premiere des A1 mit der Präsentation des A1 e-tron und Opel stattet unter der Bezeichnung Flextreme GT/E die Studie einer luxuriösen Schräghecklimousine mit dem Voltec-Antrieb aus (der wie beim Ampera und beim Chevrolet Volt allerdings zur Vergrößerung der Reichweite auf einen kleinen Verbrennungsmotor vertraut). Mercedes-Benz mit seiner langen Tradition im Bau von Oberklasse-Limousinen hat sich ebenfalls seine Gedanken über die Zukunft dieses Segments gemacht und präsentiert die Studie F 800 Style, dessen Multiantriebsplattform entweder die Montage eines Plug-In-Hybridmoduls oder eines Elektroantriebs mit Brennstoffzelle erlaubt. Letztere Technologie findet auch in einem Versuchsfahrzeug von Hyundai auf Basis des ix35 ihre Anwendung. Und während es sich hierbei um ein SUV-Modell handelt, zeigt der Citroen Survolte, die Studie eines elektrischen Sportwagens, das der Elektroantrieb auch Zugang zu diesem Segment findet – was wir ja schon seit längerer Zeit von Tesla vor Augen geführt bekommen. Ein weiterer Vorschlag zu diesem Thema kommt von der Spezialfirma Protoscar: Der Lampo 2 verfügt über eine Leistung von 350 PS.
Bei den elektrischen Kleinwagen – weitere Variationen dieses Themas (großteils noch im Versuchs- bzw. Prototypenstadium) kommen unter anderem von Toyota (FT-EV II), Subaru (R1e und Stella Plug-In), Hyundai (i10 Electric) und der indischen Marke Tata (Nano und Vista EV) – wird mittlerweile das komplette Fahrzeugkonzept überdacht und revolutioniert: Der Peugeot BB1 bringt auf 2,50 Meter Fahrzeuglänge vier Personen unter, der Honda 3R-C kommt mit drei Rädern aus und beim putzigen EV-N desselben Herstellers sind Solarzellen in das Fahrzeugdach integriert. Die Spezialisten von Heuliez zeigen einen elektrischen Micro-Bus, der Lumeneo Smera kombiniert einen extrem schmalen Aufbau mit einem emissionsfreien Elektro-Antrieb und die Schweizer Auto- und Konzeptschmiede Rinspeed stellt mit dem Concept Car UC? nicht nur ein Elektroauto, sondern gleich ein komplettes Mobilitätskonzept vor, das für die Bewältigung größerer Distanzen ein zukunftsweisendes Waggon-Ladesystem vorsieht.
Weitere alternative Treibstoffe
Während der Hybrid- und Elektrofahrzeugbereich also in Genf eine große Zahl an neuen Modellen zur Schau stellt, spielen Erdgas- oder SuperEthanol-betriebene Modelle bestenfalls eine Nebenrolle. Im ersteren Bereich macht sich Fiat seit Jahren stark und ergänzt seine „Natural Power“-Palette an CNG-tauglichen Fahrzeugen durch eine entsprechende Version des neuen Dobló sowie des Panda Cross, die Spezialisten von Gasmobil haben einen Fiat 500 mit Turbomotor auf Erdgasbetrieb umgerüstet. Dass SuperEthanol als alternativer Treibstoff keine falsche Bescheidenheit besitzt, beweist der E85-taugliche Bentley Continental Supersport Cabrio, der in Genf sein Debüt als schnellster offener Bentley aller Zeiten gibt. Autogas: Ford bietet in manchen Ländern den Mondeo ab Werk mit einer LPG-Umrüstung an, nach Österreich wird dieses Modell allerdings nicht kommen.
zum Seitenanfang


