Dieser Artikel ist aus: News. Er betrifft die Themen: Erdgas und Strom
LuPower, Konkurs, KSV 1870, Auto-Information, Erdgas-Umbau, Biogas-Traktor
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Turbulenzen am Alternativsektor

LuPower meldet Konkurs an

(26.01.2010)

Für Elektroautos sei der Markt noch nicht bereit, und das Geschäft mit Erdgasumbauten würde durch die Kraftstoffpreisentwicklung und das größere Angebot serienmäßiger Fahrzeuge gebremst – für LuPower bedeuten diese Umstände das vorzeitige Aus.


Ob der „Schauplatz Mobilität“ am Wachauring in Melk oder die Veranstaltung „Grün fahren – CO2 sparen“ am SCS-Gelände – bei nahezu jedem Event, bei dem alternativ angetriebene Fahrzeuge im Mittelpunkt standen, war auch die in St. Andrä im Lungau ansässige Firma LuPower als treibende Kraft in diesem Segment vertreten und präsentierte ihr Angebot an Elektrofahrzeugen und Erdgas-Umbauten. Viel Aufsehen erregte der Spezialbetrieb mit einem europaweit einmaligen Projekt, als man vor nicht einmal einem Jahr einen in Kooperation mit der Steyr-Forschungsabteilung entwickelten Traktor mit Erdgas-/Biogas-Antrieb vorstellen konnte.

 

Wenige Monate später ist alles anders: Das Landesgericht Salzburg hat mit Beschluss vom 19. Jänner 2010 aufgrund eines Selbstantrages das Konkursverfahren über das Vermögen der LuPower Energie-Projekt GmbH sowie über deren unbeschränkt haftende Gesellschafterin Energie-Projekt GmbH eröffnet. Die Erhöhung des Umsatzvolumens auf 2,9 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2009/2010 konnte nicht realisiert werden, Passiva von rund 885.000,- Euro stehen einem Aktivvermögen von 50.000,- Euro gegenüber.

 

Welche Gründe stecken hinter dem Konkursantrag eines der engagiertesten Unternehmen auf dem Gebiet alternativ angetriebener Fahrzeuge? Ist das Interesse der Autokäufer an diesen Modellen rein theoretischer Natur und der Markt in Österreich noch nicht bereit?

 

Geht es um das Thema Elektromobilität, so drängt es sich auf, letztere Frage mit Ja zu beantworten. Zweifel bezüglich der Alltagstauglichkeit, eine fehlende Infrastruktur an Ladestationen und an allererster Stelle die hohen Preise lassen viele Interessenten vor einer Kaufentscheidung zurückschrecken – mit ein Grund, dass LuPower in den letzten Monaten wieder mehr auf die Entwicklung von Erdgas-Antrieben setzte. Doch auch dieser Bereich war nicht frei von Problemen: Obwohl bereits eine ansehnliche Zahl von LuPower-Erdgasumbauten auf Österreichs Straßen unterwegs sind und die Firma in dieser Hinsicht mit namhaften Unternehmen kooperierte, entwickelten sich keine ständigen Geschäftsbeziehungen. Die Pressemeldung des KSV1870 vom 19. Jänner 2010 nennt auch noch weitere Ursachen für die Insolvenz des Unternehmens: Das Interesse an entsprechenden Umbauten gehe nicht nur aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage zurück. Einerseits sei die Attraktivität von Erdgas als Kraftstoff durch die Preissenkung für Benzin und Diesel beeinträchtigt worden, andererseits werde das Angebot und dadurch auch die Konkurrenz durch die serienmäßig verfügbaren Erdgasmodelle renommierter Automobilhersteller immer größer. So blieb die Umsetzung der Entwicklungsarbeit hinter den Erwartungen zurück, und die Kosten dafür konnten aus dem laufenden Betrieb nicht mehr bezahlt werden. Ähnliches berichtet auch die EurotaxGlass´s Auto-Information Nr. 2004 vom 22. 1. 2010 in ihrem Artikel zu diesem Thema..

 

Wie wechselvoll die Geschichte eines Wegbereiters für neue Technologien sein kann, zeigt auch das Schicksal von LuPower: 2007 rangiert das Unternehmen noch auf Platz 29 der Salzburger der Jahres und wurde als Vorreiter im Erdgasfahrzeugbereich in Europa gefeiert...


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