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Ein erster Eindruck vom neuen Polo
Volkswagen Polo: So erwachsen ist unser Kleiner
(ch: 14.07.2009)Das putzige Kleinwagen-Image hat der neue Polo abgelegt. Das, was er durch sein markantes Design andeutet, bestätigt dann auch eine erste Probefahrt: Der Polo will ernst genommen werden und präsentiert sich als vollwertiges Auto ohne Kompromisse.
Er ist größer geworden, geräumiger, komfortabler, kräftiger und gleichzeitig sparsamer. Er blickt aus zusammengekniffenen, nach hinten gezogenen Scheinwerfern auf den Mitbewerb, der teilweise noch immer mit naiv dreinschauenden Kulleräuglein die Putzigkeit dieses Segments betonen will. Dabei hat sich die bisher typische Zielgruppe in dieser Klasse geändert: Kleinwagen werden nicht mehr nur von Fahranfängern und als Zweit- oder Drittwagen für den Weg in die Innenstadt oder den Einkauf im Supermarkt gekauft, heutzutage dienen diese Fahrzeuge immer mehr kosten- und umweltbewussten Autofahrern als einziges Transportmittel. Deshalb sollen sie mehr Platz für Passagiere und Gepäck bieten, ein Komfort- und Ausstattungsniveau, wie man es von größeren Modellen gewohnt ist, und nicht übertrieben freundlich aussehen, sondern einen seriösen Eindruck vermitteln – am besten so wie das Lieblingsauto der Österreicher, der Volkswagen Golf. Und deshalb ist der neue Polo so nahe (gefährlich nahe?) dran am großen Bruder wie noch niemals zuvor in der Geschichte dieses Modells.
Die enge Verwandtschaft beschränkt sich allerdings nicht auf das Aussehen allein: Das fast unverändert vom Golf übernommene Frontdesign, das dem neuen Polo im übrigen äußerst gut steht, ist nur das nach außen gekehrte Kennzeichen dafür, dass die neue Wertigkeit auch in das Kleinwagensegment übertragen werden kann. Nur in der Gestaltung des Hecks hat man (wahrscheinlich ganz gewollt) eine Abkehr vom Golf-Design verfolgt und dem Polo mit ein bisschen uninspiriert wirkenden Rückleuchten ausgestattet. Im Innenraum hat Volkswagen hingegen alle Register gezogen und bringt nach eigener Aussage „neues Qualitätsniveau in die Klasse der Kleinen“. Wobei die Kleinen so klein gar nicht mehr sind: Der neue Polo hat gegenüber dem Vorgängermodell 54 mm an Länge (jetzt 3970 mm) und 32 mm an Breite (1682 mm) zugelegt. Und das bedeutet in der Praxis, dass sich der den Fondpassagieren gebotene Komfort nicht auf das Bewältigen kurzer Distanzen beschränkt, denn die Knie- und Schulterfreiheit ist für ein Fahrzeug dieses Segment beeindruckend. Dass gleichzeitig die Fahrzeughöhe um 13 mm auf nun 1454 mm reduziert wurde, hat auf den Sitzkomfort keine Auswirkungen und kommt uneingeschränkt dem Design und einem dynamisch sportlicheren Aussehen zugute. Auch die Haptik im Innenraum ist beispielhaft: Das Lenkrad und sämtliche Bedienungselemente vermitteln den Eindruck bester Verarbeitungs- und Materialqualität, das Armaturenbrett besteht nicht aus fragil wirkenden dünnen Plastikgussteilen, sondern aus einem „weichen“ Kunststoff. Dazu kommen die weiß hinterleuchteten Instrumente, die sich ebenfalls stilistisch jene aus dem Golf zum Vorbild genommen haben. Auffallend viele Ablagen, darunter ein besonders großes Handschuhfach, bieten die Möglichkeit, alles, was man während der Fahrt zur Hand haben will, sicher verstauen zu können.
Im ersten Modelljahr wird das Triebwerksangebot vier Benzinmotoren und drei Dieselaggregate umfassen, wobei der von Volkswagen prognostizierte Dieselanteil von 30 Prozent für dieses Segment unüblich hoch und wiederum ein Beweis dafür ist, dass der Polo der Kleinwagenklasse fast entwachsen ist. Uns stand für eine kurze Probefahrt ein Modell zur Verfügung, das mit der 75 PS starken Einstiegsvariante des 1,6 TDI-Dieselaggregats ausgestattet war. Diese Motorleistung ermöglicht dem Polo das problemlose, allerdings auch wenig aufregende Bewältigen aller Aufgaben; das Triebwerk bedankt sich mit einem bescheidenen Appetit: 4,2 l/100 km (109 g/km CO2) gibt Volkswagen als durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch für dieses Modell an. Wer noch umweltfreundlicher unterwegs sein will, kann ab Jahresende den Polo BlueMotion bestellen, der mehr Leistung (90 PS) mit einem noch geringeren Verbrauch (3,6 l/100 km, 96 g/km CO2) kombiniert. Die 75 PS unseres Testwagens stellen unserer Meinung nach die Leistungsuntergrenze dar, denn der erwachsener gewordene Polo fühlt sich zwar solide und sicher, allerdings auch schwerer als zuvor an und hat etwas an Leichtfüßigkeit verloren. Ob sich dieser Eindruck in einer leistungsstärkeren Version relativiert, bleibt abzuwarten. Ein künftiger Testbericht auf saubereAutos.at wird darüber Auskunft geben.
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