Dieser Artikel ist aus: Motorsport. Er betrifft die Themen: Erdgas und SuperEthanol
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Zwei Erdgasteams stehen am Start.

Jänner Rallye 2009

(jmm: 31.12.2008)

Nur wenige Tage nach dem Jahreswechsel, vom 3. bis zum 4. Jänner, erfolgt der Start in die österreichische Rallye Saison 2009. Erstmals könnte auch ein Erdgas-Bolide um den Titel des Staatsmeisters mitfahren.


Die Zusammenarbeit von Beppo Harrach und Stohl Racing ist Geschichte. Zu groß war offensichtlich die mit leidlichen Geschichten rund um die Waldviertel Rallye gekrönte Kluft. Wenn schon die zahlreichen Zuschauer der Waldviertel Rallye nicht verstehen konnten, warum Beppo Harrach die Rallye im alten und offensichtlich mangelhaft vorbereiteten Erdgas Evo in Angriff nehmen musste, wie sollte es dann erst der Pilot selbst begreifen.

Beppo Harrach zu seiner Trennung von Stohl Racing: „Es ist ein Rückblick mit gemischten Gefühlen. Der Sieg bei der Ostarrichi Rallye war ein sehr bewegender Moment, vielleicht sogar der schönste in meiner bisherigen Karriere. Andi (Anm.: sein Copilot) und ich waren dort oben am Podest fast zu Tränen gerührt. Wenig überraschend ist mir aber natürlich auch die heurige Waldviertel Rallye im Gedächtnis geblieben, auf die ich mich die ganze Saison über gefreut habe. Dazu beigetragen hat natürlich, dass wir um die Konkurrenzfähigkeit unseres normalen Einsatzfahrzeuges wussten und einen Podestplatz aus dem Vorjahr im Rücken hatten. Obwohl die Ernüchterung groß war, als wir erfuhren, dass uns nur das „alte“ Auto zur Verfügung stehen würde, setzen wir alles daran, mit dem alten Mitsubishi Evolution VI unser Bestes zu geben. Dem entgegen stand ein liebgewonnenes Rallyeauto, das sich von Beginn der Veranstaltung an langsam aber konsequent auflöste, um dann schließlich ganz stehen zu bleiben.“

 

Während also Beppo Harrach daran arbeitet, neue Sponsoren und ein neues Team zu finden, rüstet sich Manfred Stohl mit einem neuen Erdgas Rallyeauto für den möglichen Kampf um die Krone in der heimischen Staatsmeisterschaft. Wenig überraschend ist dabei, dass Manfred Stohl unter der Flagge des OMV CNG Rallye Team mit Startnummer 1 an den Start rollen wird. Angebracht ist die Nummer des FIA-B Prioritätsfahrers an einem alten und doch ganz neuen Subaru WRX STI. Alt (vom nicht mehr gebauten Vorgängermodell) ist dabei nur die Hülle, die Fans bereits vom Rallyesprint und anderen Veranstaltungen her kennen, neu hingegen die Technik.

 

Nach zwei Mitsubishi-Umrüstungen durfte Erdgas Profi Günther Aschacher erstmals modernste Erdgastechnik mit einem Subaru Motor kombinieren. Dabei ist es ihm auch gelungen, die Umrüstung so zu planen, dass das Gruppe N-Reglement erfüllt wird (bisher war das bei keinem Allradmodell gelungen), was wiederum bedeutet, dass Manfred Stohl für die Meisterschaft punkteberechtigt ist und nicht wie bisher mit dem Umweltpokal das Auslangen finden muss, den ihm zuletzt Beppo Harrach ins Haus geholt hat. Leistungstechnisch soll der neue CNG Subaru laut Aussagen des Teams noch nicht voll konkurrenzfähig sein. Insider gehen dennoch davon aus, dass die technische Kompetenz von Günther Aschacher den Subaru so beflügeln wird, dass Manfred Stohl um einen Stockerlplatz, wenn nicht gar um den Sieg mitfahren kann.

 

Auf Erdgas und damit auf eine Fortführung der für beide Seiten offensichtlich sehr produktiven Partnerschaft setzt auch Hannes Danzinger im VW Golf CNG Kit Car. Nur zwei angetriebene Räder werden dem Wien Energie-Piloten das Leben speziell bei Schnee nicht leicht machen, mit vollem Einsatz und der bestmöglichen Platzierung für einen Fronttriebler darf dennoch gerechnet werden.

 

Auf die Kraft aus Erdgas plante bei der 27. Jänner Rallye auch Markus Weissengruber zu setzen. Im letzten Augenblick musste dieser Einsatz jedoch aus bisher nicht bekannten Gründen abgesagt werden. Schade ist dies besonders, weil Weissengruber 2008 bei der Jänner Rallye kräftig aufgezeigt hatte und schlussendlich nur durch einen Schneehaufen, der ihn wertvolle Minuten kostete, gebremst wurde.

 

Rallyetechnisch noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist Reinhard Pasteiner. Ursprünglich in erster Linie auf zwei Rädern unterwegs, absolvierte der Niederösterreicher bisher eine Handvoll an Rallyes, wobei er mit dem 10. Gesamtplatz bei der Waldviertel Rallye 2008 eine sensationelle Vorstellung bot. Sein Mitsubishi Evo IX aus dem Hause Stengg tankt SuperEthanol und fällt damit in unsere Berichterstattung. Reinhard Pasteiner: „Die Verhältnisse im Mühlviertel sind sicher alles andere als einfach. Doch darauf bereiten wir uns professionell vor und hoffen, dass wir das dann auch bei der Rallye umsetzen können. Natürlich befinde ich mich zur Zeit in einer permanenten Lernphase. Doch ich habe ein sehr gutes Team. Damit sollten wir die eine oder andere Klasse überspringen können. Ein Top 10-Platz bei der Jänner-Rallye ist sicher ein sehr hohes, wenn natürlich auch nicht unmögliches Ziel.“

 

Der Start zur 27. Jänner Rallye erfolgt am Samstag, dem 3. Jänner um 07.30 Uhr bei der Freistädter Messehalle. Die erste Etappe endet dann am gleichen Tag am gleichen Ort gegen 21.14 Uhr. Am Sonntag, dem 4. Jänner ist im hohen Oberösterreich von 7.00 Uhr bis 17.30 Uhr Rallyezeit. Alle Details dazu auf der Homepage des Veranstalters (siehe Link Leiste auf der rechten Seite).


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