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Nissan Juke: Unkonventionell zum Erfolg
(ch: 18.02.2010)„Crossover“ nennt sich das Fahrzeugsegment, in dem alles erlaubt ist. Nissan nimmt sich nun die Freiheit, auf die Karosserie eines Kompakt-SUVs eine sportwagenähnliche Dachlinie aufzusetzen. So soll der Juke wie schon der Qashqai für frischen Wind am Markt sorgen.
Die Grenzen verschwimmen, die Segmente werden weiter aufgeweicht. Während sich der Autokäufer früher zwischen Limousine, Kombi und Sportwagen entscheiden konnte, und die Fahrzeuggröße bereits durch das zur Verfügung stehende Budget vorgegeben war, ist der Neuwagenkauf heute ein deutlich anspruchsvolleres Unterfangen: Zu Benzin und Diesel gesellen sich mittlerweile unterschiedliche alternative Kraftstoffe und Antriebsformen, für wenig Geld gibt es heute auch große Autos, während kleine Modelle erstaunlich teuer sein können, und allradgetriebene Fahrzeuge gibt es nun in praktisch allen Segmenten. Erschwert wird die Kaufentscheidung durch eine ganze Reihe an neuen Karosserietypen und Fahrzeugarten, die die oben genannten klassischen Aufbauformen ergänzen: Van, SUV, Mini-Van oder MPV. Vor wenigen Jahren ist überdies ein weiteres Segment entstanden, in dem alles vertreten ist, was in keine Schublade passt. „Crossover“ nennt sich diese Klasse, und damit haben die Marketing-Experten eine durchaus passende Bezeichnung gefunden. Schließlich tummeln sich hier die unterschiedlichsten Mischformen: SUV-Kombis, Coupé-Vans oder MPV-Limousinen.
Mitverantwortlich für die ungezwungene Vermengung klassischer Karosserieformen ist der japanische Hersteller Nissan. Jahrelang hatte man versucht, ganz vorne im stückzahlmäßig bedeutenden C-Segment mitzuspielen, möglich wurde das erst durch das Modell Qashqai, das als Kreuzung aus SUV und Schräghecklimousine zu einem vielleicht selbst für den Hersteller unerwarteten Erfolg wurde. Weniger unerwartet soll der Erfolg des neuen Modells Juke sein, bei dem man wieder und offensichtlich noch kompromissloser auf das Thema Crossover setzt.
Mit einer Fahrzeuglänge von 4,14 Meter ordnet sich der Juke unterhalb des Quashqai ein und stellt laut Nissan die Verbindung aus Kompakt-SUV und Sportwagen dar. Ungewöhnlich ist er in jedem Fall, zwar nicht ganz so spektakulär wie die vor einem Jahr in Genf gezeigten Studie Quazana, die ihm als Vorbild dient, aber im Kompaktsegment definitiv einer der stärksten Charaktere. „Der Juke belebt den Markt durch einen Schuss Abenteuergeist“, sagt Andy Palmer, Senior Vice President Produktplanung bei Nissan, „Er ist leicht, wendig, urban und reaktionsschnell. Qualitäten, die ein jüngeres Publikum ansprechen und den Ruf des Unternehmens stärken, immer wieder etwas Neues zu wagen.“
Auch im Innenraum gibt sich der Juke unkonventionell: An Stelle einer Mittelkonsole findet sich ein hochglänzender, je nach Außenfarbe in Rot oder Graumetallic gehaltener Bauteil, der dem Tank eines Motorrads nachempfunden ist. „Dieses unerwartete Element macht das Interieur auf eine gewisse Weise sexy“, zeigt sich Alfonso Albaisa, Vice President Nissan Design Europe, begeistert.
Obwohl das Design des Juke mit der robusten Front, den muskulösen Radkästen und Schwellern sowie der Coupé-artigen Dachlinie ganz auf Emotion setzt, soll das Crossover-Modell auch dann noch Spaß bereiten, wenn die erste Liebe abgeklungen ist. Deshalb geht keine der optischen Sensationen auf Kosten der Praxistauglichkeit. Trotz kompakter Abmessungen ist der Juke geräumig, bietet bis zu fünf Passagieren Platz und ermöglicht nach dem Öffnen der großen Heckklappe Zugang zu einer flexiblen Ladezone mit teils versteckten Ablagemöglichkeiten.
Entsprechend „vernünftig“ sind auch zwei der drei bei Markstart verfügbaren Motoren: Das bewährte 117 PS starke 1,6 Liter-Benzintriebwerk verfügt nun über zwei Einspritzdüsen pro Zylinder und begnügt sich laut Hersteller in Kombination mit dem manuellen Fünfganggetriebe mit 5,9 l/100 km (138 g/km CO2). Die Fahrleistungen demonstrieren allerdings die Lebhaftigkeit des sparsamen Motors: Der Sprint von 0-100 km/h wird in 11,1 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 178 km/h. Ähnliche Werte – 0-100 km/h in 11,3 Sekunden, 175 km/h Spitze – liefert auch das mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe angebotene 1,5 dCi-Turbodieselaggregat mit einer Leistung von 110 PS, dem überhaupt nur mehr 5,1 Liter für die Bewältigung von 100 Kilometern reichen (134 g/km CO2).
Über die Ausstattungsvarianten ist bisher nur so viel bekannt, als man sich mit den Niveaus „Visia“, „Acenta“ und „Tekna“ an anderen Nissan-Baureihen orientiert, und Features wie Klimaautomatik, Ledersitze, Rückfahrkamera oder ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem im Juke verfügbar sein werden. Für die Zielgruppe, ein junges und individuelles Publikum, wird darüber hinaus ein umfangreiches Zubehörprogramm angeboten, das vom soliden Unterfahrschutz über einen größeren Dachspoiler bis zu einer Ambiente-Beleuchtung für den Innenraum reicht.
Der Nissan Juke feiert Anfang März am Genfer Automobilsalon seine Weltpremiere, und soll noch heuer in Europa verfügbar sein. Die Verkaufspreise werden noch bekannt gegeben.
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