|
|
|
Erste Testergebnisse beweisen es
Mini E: Alltagstaugliche Elektromobilität
(ch: 08.01.2010)BMW führt zusammen mit dem Energieversorger Vattenfall Europe seit Juni 2009 das Projekt „Mini E Berlin“ durch. Nach einem halben Jahr sollen erste Testauswertungen die Alltagstauglichkeit von Elektrofahrzeugen belegen.
Sind Elektroautos heute bereits uneingeschränkt alltagstauglich? Ja, behauptet der Automobilhersteller BMW und verweist dabei auf erste Testergebnisse des Projekts „Mini E Berlin powered by Vattenfall“, das im Juni 2009 gestartet wurde und gemeinsam mit ähnlichen Feldversuchen in den USA und Großbritannien Teil der weltweit größten wissenschaftlichen Praxisstudie zur E-Mobilität. Unter der Leitung von Professor Dr. Josef F. Krems von der Technischen Universität Chemnitz wurden die erhobenen Daten ausgewertet, die einerseits objektiv messbar sind (wie zum Beispiel Nutzungsdauer, Ladedauer oder Ladezeitpunkt), andererseits aus subjektiven Bewertungen und Erfahrungen der Nutzer bezüglich ihrer Erwartungen oder erlebter Einschränkungen im Alltag bestehen.
In Berlin sind 50 Personen seit sechs Monaten mit einem Mini E unterwegs. In den allermeisten Fällen sahen sie sich bisher in ihrem gewohnten Mobilitätsverhalten durch die beschränkte Reichweite des Elektrofahrzeugs genauso wenig beeinträchtigt wie durch die notwendigen Ladezeiten. Dr. Thomas Becker, Leiter Politik der BMW Group, fasst zusammen: „Die Auswertung zeigt, dass Elektromobilität auf dem Niveau des heutigen Mini E schon jetzt weitgehend alltagstauglich ist.“
Natürlich wurde die Versuchsgruppe auch entsprechend ausgewählt, um ein realistisches Bild zukünftiger Elektroautokäufer zu gestalten, und gehört deshalb zur Großstadtbevölkerung, die heute noch einen konventionellen Kleinwagen fährt. Ein Vergleich zum Nutzungsverhalten von Fahrzeugen anderer Segmente, wie zum Beispiel einem BMW 5er, zeigt allerdings die aktuellen Grenzen der Elektromobilität deutlich auf. Das Fazit: Märkte für Elektroautos müssen in allererster Linie dort entwickelt werden, wo ihr Einsatz uneingeschränkt dem eines konventionellen Vergleichsmodells gleichzusetzen sind – also in Großstädten. Und: Elektrofahrzeuge sind (im Moment noch nicht) in der Lage, alle Anforderungen an den Individualverkehr zu erfüllen, der von den Autofahrern heute gestellt werden, und können mittelfristig nur Teil eines künftigen Mobilitätssystems sein, das auf unterschiedliche Antriebsarten (Verbrennungsmotoren, Elektroantriebe, Plug-In-Hybrid,...) und Treibstoffe (Benzin, Diesel, Biokraftstoffe, Erdgas, Strom, Wasserstoff,...) zurückgreift und für jedes Einsatzgebiet die optimale Lösung findet.
Interessanterweise wird das elektrische Fahren von den Projektteilnehmern anders erlebt als die konventionelle Fortbewegung. Sie sehen es als Gesamtsystem aus Fahrzeug, Infrastruktur und Energieerzeugung und sind erst dann rundum zufrieden, wenn der Fahrspaß tatsächlich nachhaltig ist. Dr. Oliver Weinmann, Leiter Innovationsmanagement bei Vattenfall, erklärt: „Wir laden die Fahrzeuge primär dann, wenn wir viel Windstrom zur Verfügung haben. Dieses gesteuerte Laden macht es möglich, die schwankende Einspeisung von Windkraft ökologisch bestmöglich auszunützen und die Fahrzeuge emissionsfrei mit grünem Strom zu versorgen.“
Keine großen Überraschungen gibt es beim Ladeverhalten: Die Nutzer bevorzugen die öffentlich zugänglichen Batterielademöglichkeiten in der Nähe ihres Arbeitsplatzes, in Parkgaragen, an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Flughäfen sowie in Einkaufszentren. Die im bisherigen Projektverlauf erhaltenen Informationen sollen natürlich auch politischen Entscheidungsträgern präsentiert werden, denn: „Es geht darum, dass der Staat an der richtigen Stelle fördert. Dazu gehört, die Infrastruktur dort aufzubauen, wo die Kunden sie wirklich brauchen“, so Becker und Weinmann.
zum Seitenanfang


