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Mini, Mini E, Flottenversuch, Elektrofahrzeug
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Groß angelegter Flottenversuch in den USA

Mini E: 204 PS starker Elektro-Mini

(ch: 24.10.2008)

Bis Jahresende wird eine Kleinserie des Mini E an 500 Kunden ausgeliefert. Von diesem Großversuch erwarten sich die Techniker das für einen Produktionsstart erforderliche Datenmaterial.


Mittelfristig plant BMW die Serienproduktion rein elektrisch betriebener Fahrzeuge, jetzt ist mit dem großangelegten Flottenversuch des Mini E die nächste Stufe im Entwicklungsprozess erreicht. Mit dem Betrieb von 500 Fahrzeugen im Alltag wird der Hersteller wertvolle Erfahrungen sammeln, die die Serienreife eines Elektrofahrzeugs in nähere Zukunft rücken sollen.

 

Angetrieben wird der Mini E von einem 150 kW (204 PS) starken Elektromotor. Die Energie dazu liefert ein spezieller Lithium-Ionen-Akku, der für eine Reichweite von über 240 Kilometern sorgen soll. Diese erstaunlichen Zahlen haben leider einen Haken: Um eine so hohe Leistung mit einer so großen Reichweite zu kombinieren, muss der Mini E als Zweisitzer ausgelegt werden – denn dort, wo sich normalerweise die Rücksitzbank befindet, thront nun der aus 5.088 Batteriezellen bestehende Akku. Aufgeladen werden kann die Batterie an jeder konventionellen Steckdose. Die dafür benötigte Zeit variiert je nach verfügbarer Spannung und Stromstärke. Mit den im Rahmen des Flottenversuchs ausgelieferten Exemplaren des Mini E erhält der Kunde auch eine sogenannte Wallbox, die in der Garage installiert wird, und dank der höheren Stromstärke ein vollständiges Aufladen der Batterie in rund zweieinhalb Stunden ermöglicht. Geladen wird die Batterie außerdem durch Rekuperation, wobei diese bereits erfolgt, sobald der Fahrer vom Gaspedal steigt. Der Elektromotor übernimmt dann die Funktion eines Generators, speist die gewonnene Energie in die Batterie ein und sorgt gleichzeitig für eine weitere Verzögerung des Fahrzeugs. Im Stadtverkehr sollen damit 75 Prozent aller Bremsvorgänge ohne Betätigung des Bremspedals möglich sein.

 

Mit der im Wagenfond untergebrachten Batterie und dem quer im Motorraum installierten Elektromotor sind die 1.465 Kilogramm des Mini E optimal verteilt. Das Fahrwerk wurde leicht modifiziert und das Fahrstabilitätsprogramm DSC entsprechend angepasst, um auch bei der Elektro-Variante das Mini-typische Handling und Fahrgefühl bieten zu können.

 

Auch optisch bleibt der Elektro-Mini unverwechselbar ein Mini. An der Karosserie wurde nichts verändert, eine großzügige Auswahl an Außenfarben wie bei den konventionellen Modellen hat man allerdings nicht: Alle Mini E werden einheitlich im Metallicfarbton „Dark Silver“ mit einem in „Pure Silver“ lackierten Dach ausgeliefert. Um die Kleinserie zu kennzeichnen, ist an der Front, am Heck, auf der Abdeckung der Anschlussbuchse für das Ladekabel und am Dach ein Logo in Form eines Netzsteckers in auffälligem „Interchange Yellow“ appliziert.

 

Auch im Cockpit ähnelt der Elektro-Mini seinen Serien-Geschwistern. Statt des Drehzahlmessers findet man nun hinter dem Lenkrad eine Anzeige, die den Ladezustand der Batterie in Prozent angibt. Auf dem Zentralinstrument wird der Fahrer über rote LED-Leuchten informiert, wie viel Strom gerade entnommen wird bzw. mittels grüner Leuchten, wie viel Energie über die Rekuperation wieder ins System eingespeist wird.

 

Ausgeliefert werden die 500 Mini E im Rahmen eines Leasingvertrags, der über die Dauer eines Jahres mit der Möglichkeit einer Verlängerung abgeschlossen wird, an ausgesuchte Privat- und Firmenkunden in den US-Bundesstaaten New York, New Jersey und Kalifornien. Der Vertrag umfasst auch alle notwendigen Wartungsarbeiten sowie die Bereitstellung der oben genannten Wallbox zum Aufladen der Batterie. Nach Ablauf des Leasingvertrags gehen die Fahrzeuge an BMW zurück, wo dann alle Daten wissenschaftlich ausgewertet werden.


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