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Weltpremiere auf der Hannover Messe
Innovative Taxi-Studie von Volkswagen
(21.04.2010)Volkswagen denkt das Taxi um und beschränkt sich dabei nicht auf den Antrieb. Die Elektro-Studie „Milano Taxi“ gibt Denkanstöße und präsentiert sich als bereits recht konkreter Vorschlag für den Stadtverkehr von morgen.
Auf welche Weise sich die Mobilitätsansprüche der Stadtbevölkerung in Zukunft auch immer verändern werden, das Taxi wird dabei weiterhin eine Rolle spielen, vielleicht sogar noch an Bedeutung gewinnen. Schon jetzt verzichten mehr und mehr Großstadtbewohner auf ein eigenes Auto und nützen öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder eben ein Taxi. Noch besser ist es, wenn letzteres mit Elektroantrieb emissionsfrei unterwegs ist. Was durchaus im Bereich des Möglichen liegt, denn schließlich sind die meisten Taxis im Stadtverkehr unterwegs, wo die zurückzulegenden Distanzen gering und die Geschwindigkeiten niedrig sind – das ideale Pflaster für Elektroautos. Wenn dann am Standplatz noch eine Schnellladestation installiert ist, wo man die Batterien während der Wartezeiten laden kann, wirkt die Vorstellung eines Elektro-Taxis gar nicht mehr so utopisch.
So sieht es auch Volkswagen und präsentiert seinen Vorschlag zum Thema als Studie „Milano Taxi“. Die Konstrukteure beließen es dabei allerdings nicht bei der Installation eines Elektromotors, sondern dachten das innovative Fahrzeugkonzept viel weiter. Viel Platz im Innenraum soll ein Taxi der Zukunft bieten, bei möglichst kompakten Außenabmessungen. Die klassische Limousine hat nach Meinung der VW-Techniker also ausgedient und macht einem 3,73 Meter langen und 1,60 Meter hohen City-Van Platz, der auch innen ganz auf seinen speziellen Einsatzzweck abgestimmt ist. Dort, wo bei konventionellen Fahrzeugen der Beifahrersitz montiert ist, befindet sich in der Studie der Platz für das Gepäck der Passagiere, das durch einen Bügel fixiert wird und nicht über eine hohe Ladekante gehobern werden muss. Der echte Kofferraum hinter den Rücksitzen ist hingegen relativ klein, um den Fondpassagieren möglichst viel Platz zu gewähren. Ein 8-Zoll-Touchscreen, der neben der Rückenlehne des Fahrersitzes montiert ist, zeigt den Fahrgästen nicht nur den aktuellen Tarif an, sondern ermöglicht ihnen dank Kartenleser auch das Bezahlen per Kreditkarte. Während der Fahrt können sie außerdem Informationen über Sehenswürdigkeiten entlang der Route oder Wetterdaten abrufen.
Der Einstieg für die Fahrgäste erfolgt ausschließlich auf der gehsteigzugewandten rechten Fahrzeugseite über eine breite, nach vorne öffnende Schwenktür. Das großflächige Panorama-Glasdach sorgt nicht nur für eine freundliche Atmosphäre im Fahrzeuginneren, sondern ermöglicht den Passagieren einen weiteren ungewöhnlichen Blickwinkel auf die Stadtarchitektur. Die grün/schwarze Zweifarblackierung der Studie hängt übrigens mit ihrer Bezeichnung zusammen: In früheren Jahren waren die Taxis in Mailand in genau dieser Farbkombination lackiert.
Die Lithium-Ionen-Batterien sind platzsparend im Unterboden des Fahrzeugs verbaut und sorgen für eine Reichweite, die bei entsprechender Fahrweise bis zu 300 Kilometer betragen kann. Die Dauerleistung des „Milano Taxi“ beträgt 50 kW, die kurzzeitig abrufbare Spitzenleistung 85 kW. Die Höchstgeschwindigkeit ist aus Effizienzgründen auf stadtgerechte 120 km/h beschränkt.
Volkswagen sieht die Studie zwar als reines Konzeptfahrzeug, präsentiert damit allerdings schon recht konkrete Vorstellungen von einem Taxis für die Zukunft. Die ersten Serien-Elektrofahrzeuge mit dem VW-Markenzeichen sind für das Jahr 2013 angekündigt.
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