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Kleiner elektrischer Bruder
Audi e-tron: Fahrspaß im Zeitalter der Nachhaltigkeit
(12.02.2010)Obwohl beide Audi-Studien die Bezeichnung „e-tron“ tragen, handelt es sich beim jüngst bei der Detroit Show gezeigten e-tron nicht um jenen e-tron, der bei der IAA im vergangenen September seine Premiere feierte. Verwirrt? Lesen Sie mehr...
Schwächer, kleiner, leichter – aber mindestens genauso faszinierend. Auf der vor kurzem zu Ende gegangenen North American International Auto Show in Detroit präsentierte Audi ein weiteres Konzeptfahrzeug unter der Bezeichnung „e-tron“. Handelte es sich bei der Studie gleichen Namens, die im vergangenen September auf der IAA ihre Premiere feierte, um einen 313 PS starken, 4,26 Meter langen und rund 1.600 Kilogramm schweren Supersportwagen mit Elektroantrieb, so debütierte in Detroit eine weitere Variante, die 204 PS bereitstellt, eine Fahrzeuglänge von 3,93 Metern aufweist und 1.350 Kilogramm auf die Waage bringt.
In Sachen Fahrzeugdesign halten sich die Unterschiede zwischen den beiden Versionen des E-Sportwagens in Grenzen. Hinsichtlich des Antriebs muss sich der „neue“ e-tron hingegen mit zwei statt bisher vier Elektromotoren begnügen. Diese sitzen auf der Hinterachse und sorgen für eine durchaus standesgemäße Beschleunigung von 0-100 km/h in 5,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist aus Effizienzgründen auf 200 km/h beschränkt. Für die Energieversorgung ist auch in diesem Fall ein schwerpunktmäßig günstig hinter der Fahrgastzelle untergebrachter Lithium-Ionen-Akku zuständig, der eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern garantieren soll. An einer Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang rund elf Stunden, bei der Verwendung eines Starkstromanschlusses verringert sich die benötigte Zeit auf circa zwei Stunden. Während der Fahrt wird die Batterie durch die Umwandlung der Verzögerungsenergie in elektrischen Strom mit zusätzlicher Energie versorgt. Das sogenannte Rekuperationspotenzial wird bei der Detroit-Studie durch die Verwendung einer elektromechanischen Bremsanlage noch erweitert.
Vorteile soll der kleine e-tron im Bereich Fahrverhalten aufweisen: Dank des geringeren Gewichts, des kurzen Radstands von 2,43 Metern und der perfekten Gewichtsverteilung (40:60) verfügt er laut Hersteller über ein Gokart-artiges Handling, das bis in den hoch angesiedelten Grenzbereich neutral ist. Die Umsetzung konsequenten Leichtbaus dient bei einem Elektrofahrzeug allerdings vor allem einer Maximierung der Reichweite. Beim e-tron basiert die Karosseriestruktur auf der Audi Space Frame-Technologie und besteht aus einer Kombination aus Aluminium und einem Kohlefaser-Verbundwerkstoff, die höchste Steifigkeit bei geringem Gewicht garantieren soll.
Im Unterschied zum IAA-Showcar, das sein Antriebsmoment über alle vier Räder auf den Boden brachte, verfügt die jüngere „e-tron“-Studie über reinen Hinterradantrieb. Allerdings erlauben die beiden Asynchron-Elektromotoren das sogenannte „torque vectoring“ – das gezielte Beschleunigen einzelner Räder. Einem Unter- und Übersteuern wird also nicht nur durch einen präzisen Bremseneingriff entgegen gewirkt, sondern auch durch einen genauen Leistungsschub, wodurch Fahrdynamik und Sicherheit noch weiter erhöht werden.
Unverändert bleibt Audis konsequenter Zugang zum Elektroauto: Viele Komponenten wurden auch bei der zweiten Studie umgedacht, um dem innovativen Antriebsystem passgenau zu entsprechen. So sorgt statt eines energieintensiven elektrischen Systems eine Wärmepumpe für das Beheizen des Innenraums. Die Lufteinlässe im Singleframe-Grill und in der C-Säule sind im Normalbetrieb verschlossen und öffnen sich erst bei erhöhtem Kühlluftbedarf. Die Scheinwerfer sind Teil eines vollautomatischen Lichtassistenzsystems, das über eine Kamera Witterungsbedingungen und Gegenverkehr erkennen und damit auf jede Situation flexibel reagieren kann.
Ob uns Audi beim in wenigen Wochen stattfindenden Genfer Automobilsalon einen e-tron präsentieren wird (und wenn, dann welche der beiden Studien), ist noch nicht bekannt. Oder wird es gar ein weiteres Showcar unter dieser Bezeichnung geben?
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