Dieser Artikel ist aus: Fahrberichte. Er betrifft die Themen: Strom
Renault Fluence Z.E., Quickdrop-Batteriewechsel, Stufenhecklimousine, Elektroauto
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Renault Fluence Z.E.

Renault Fluence Z.E.
Motor Elektro-Synchronmotor
Leistung 70/95 KW/PS
Drehmoment 226 Nm

Kraftübertragung Direktübersetzung mit Vor- und Rückwärtsgang

Abmessungen
L/B/H 4748/1813/1458 mm
Radstand 2701 mm
Kofferraumvolumen 300 l

Gewichte
Leergewicht 1543 kg

SaubereAutos.at am Steuer der Elektro-Limousine

Renault Fluence Z.E.: Konventionell innovativ

(ch: 28.06.2010)

Mit der Elektro-Limousine durch Paris: Renault lud zum Test eines Vorserienfahrzeugs jenes Modells, das bereits nächstes Jahr auf den Markt kommen soll und das Elektroautosegment um eine bisher einzigartige Variante bereichert.


Im Grunde gibt es zwei Wege zum Serien-Elektroauto: Entweder bedient sich der Hersteller eines bestehenden Modells, das bereits mit einem konventionellen Verbrennungsmotor angeboten wird, und montiert dort die Komponenten des Elektroantriebs oder man konstruiert das Fahrzeug von Grund auf neu und baut es praktisch um das saubere Antriebssystem herum auf. Die französische Marke Renault, die in diesem Segment die bisher ehrgeizigsten Pläne von Seiten eines großen Automobilherstellers vorgelegt hat, macht in dieser Hinsicht keine Preferenzen: Im kommenden Jahr feiert ein (im Betrieb) emissionsfreier Stadtlieferwagen sein Debüt, der auf dem bekannten Kangoo Express aufbaut, 2012 folgen mit dem Twizy Z.E. und dem Zoe Z.E. zwei komplett neu entwickelte Elektroautos. Der vierte Vertreter des sauberen Quartetts kommt ebenfalls bereits nächstes Jahr in Österreich auf den Markt und stellt einen Spezialfall dar: Zwar gibt es vom Renault Fluence auch Varianten mit Benzin- und Dieselmotor, allerdings war von der Elektroversion bereits die Rede, als die konventionellen Modelle noch gar nicht auf dem Markt waren. Was den Schluss zulässt, dass Renault bei der Entwicklung der Fluence-Baureihe von Beginn an die Möglichkeit des Elektroantriebs gedacht und diesen auch bei der Konstruktion berücksichtigt hat.

 

Der sogenannte Fluence Z.E. (Zero Emissions) stellt im Segment der Elektroautos auch deshalb einen Sonderfall dar, da er andere Vertreter dieser Klasse, die bereits verfügbar sind oder in Kürze ihre Markteinführung feiern werden, in der Fahrzeuglänge um Einiges überragt. Nein, bei diesem Modell handelt es sich nicht um einen Klein- oder Kompaktwagen, sondern eine ausgewachsene, 4,75 Meter lange Stufenhecklimousine. Und dieser Umstand sollte so manchem Autofahrer den Zugang zur Elektromobilität erleichtern, denn bezüglich des Fahrzeugdesigns und der Platzverhältnisse für die bis zu fünf Insassen muss man sich nicht umgewöhnen.

 

Das gilt auch für die Bedienung des Fahrzeugs, wie wir aus eigener Erfahrung wissen. Denn saubereAutos.at hatte im Rahmen des Renault-Umweltworkshops in Paris die Möglichkeit, ein Vorserienmodell des Fluence Z.E. zu fahren. Berührungsängste verspürt man beim Einsteigen in das Elektrofahrzeug nicht, denn selbst das Armaturenbrett wurde aus dem konventionellen Fluence übernommen und bietet damit ein gewohntes und vertrautes Bild. Einziger Unterschied: Dort, wo normalerweise der Drehzahlmesser untergebracht ist, befindet sich nun ein Display, das allerlei Informationen zum Elektroantrieb liefert. Also drehen wir den Schlüssel, worauf der Motor unhörbar „anspringt“ und schieben den Automatik-Wählhebel in die „Vorwärts“-Position. Wer nun denkt, die Elektro-Limousine setzt sich nun vornehm zurückhaltend in Bewegung, irrt. 226 Nm Drehmoment stehen ab sofort zur Verfügung, was dazu führt, dass der knapp über 1,5 Tonnen schwere Fluence Z.E. flott, ja fast sportlich beschleunigt.

 

250 Kilogramm des Fahrzeugsgewichts gehen übrigens auf Kosten der Lithium-Ionen-Batterie, die hinter der Rücksitzbank untergebracht ist. Dadurch wird zwar das Platzangebot im Innenraum in keinster Weise beeinträchtigt (auch im Fond sitzt man höchst komfortabel), ein Blick in den Kofferraum offenbart allerdings, das er diese Bezeichnung eigentlich nicht mehr verdient: Platz ist hier nur noch für ein kleineres Gepäckstück. Der Renault-Angestellte, der immer ein wachsames Auge auf das Testexemplar hat, winkt allerdings sofort ab: Hier handelt es sich ja um ein Vorserienfahrzeug auf Basis des konventionellen Fluence. Die endgültige Serienversion wird um 13 Zentimeter länger sein und so auf die bereits erwähnten 4,75 Meter kommen, wobei von der zusätzlichen Länge allein der Kofferraum profitieren wird. Dieser soll dann ein praxistaugliches Volumen von 300 Litern aufweisen.

 

Bei Höchstgeschwindigkeit und Reichweite sind wir auf die Angaben des Herstellers angewiesen. Die Spitze von 135 km/h konnten und wollten wir im dichten Pariser Stadtverkehr nicht verifizieren. Dieser Wert scheint dem Einsatzzweck des 95 PS starken Elektromodells – der urbane Raum mit kleinen Ausflügen über die Stadtgrenzen hinaus – in jedem Falle angemessen. Noch entscheidender ist die Reichweite: Je nach Fahrweise soll der Fluence bis zu 160 Kilometer mit einer Batterieladung zurücklegen können, bevor er zurück an die Steckdose muss. Dort muss er dann sechs bis acht Stunden ausharren, bis die Batterie wieder voll geladen ist. Es wird in Zukunft aber auch zeitsparendere Möglichkeiten geben: Voraussichtlich ab 2013 soll der Fluence schnellladetauglich sein, was diesen Vorgang auf rund 30 Minuten verkürzt. Beim diesem Modell handelt es sich weltweit allerdings auch um das erste E-Fahrzeug, bei dem die Batterie im Quickdrop-Verfahren innerhalb von drei Minuten getauscht wird. Die dazu notwendige Infrastruktur wird in Israel gerade aufgebaut, um diese innovative Lösung zum Thema Reichweitenproblematik in der Praxis zu testen.

 

Das Fazit der ersten Testfahrt im elektrischen Renault Fluence liest sich unspektakulär – und kann deshalb nicht besser ausfallen. Bis auf das nicht vorhandene Motorgeräusch als Komfortvorteil für die Insassen und Risiko für unachtsame Passanten ist im Fahrbetrieb praktisch kein Unterschied zu einem konventionellen Auto feststellbar: Der Fluence Z.E. ist ausreichend motorisiert, bietet viel Platz für die Insassen und in der Serienvariante auch mehr Raum für das Gepäck und gefällt durch sein zurückhaltend elegantes Design. Interessiert? Die Elektro-Limousine kann ab sofort auch in Österreich bereits vorbestellt werden.


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