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Peugeot 207 HDi 90 99g Trendy
| Peugeot 207 HDi 90 FAP 99g | |
|---|---|
| Motor | Common-Rail-Dieselmotor |
| Zylinder | 4 Reihe |
| Hubraum | 1560 ccm |
| Leistung | 66/90 KW/PS |
| Drehmoment | 215 Nm |
| Kraftübertragung | 5-Gang-Schaltgetriebe |
| Abmessungen | |
| L/B/H | 4030/1748/1472 mm |
| Radstand | 2540 mm |
| Kofferraumvolumen | 270-923 l |
| Gewichte | |
| Leergewicht | 1204 kg |
| zulässiges Gesamtgew | 1684 kg |
| Fahrleistungen | |
| 0-100 km/h | 11,7 sec. |
| Vmax | 182 km/h |
| Verbrauch | |
| Werk (Stadt/Land/ges.) | -/-/3,8 l |
| Teststrecke (ges.) | 5,5 l |
| CO2 Emissionen | 99 g/km |
| Preis | 17.270,- Euro |
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Kleiner, großer Saubermann
Peugeot 207 Trendy 1.6 HDi 90 FAP: Weiße Weste
(mw: 11.02.2010)Verzicht üben, aber trotzdem auf nichts Wichtiges verzichten – geht denn das überhaupt? Peugeot meint ja und verspricht mit dem 90 PS starken Selbstzünder einen Schnittverbrauch von lediglich 3,8 Litern pro 100 Kilometer. Und das ohne Einschränkungen...
Seit 2006 belebt der Peugeot 207 nun schon unser Straßenbild. Der dynamisch gezeichnete, deutlich größere Nachfolger des Erfolgsmodells 206 fühlt sich in dieser Rolle sichtlich wohl, schon im Jahr 2008 waren über eine Million Fahrzeuge ausgeliefert. Nichtsdestotrotz bekam er im vergangenen Sommer ein Facelift verordnet, das man ihm an geänderten Frontscheinwerfern, Heckleuchten und überarbeiteter Front- bzw. Heckpartie ansieht. In Sachen Design gibt es also nichts zu meckern, frisch wie am ersten Tag wirkt der charmante, sportliche Franzose.
Apropos sportlich: Peugeot erkor den Kleinwagen an der Grenze zur Kompaktklasse auch dazu aus, das Rallye-Engagement des Unternehmens fortzuschreiben. Da war das Erbe ebenfalls kein leichtes: Mit dem 206 war man nicht weniger als drei Mal Marken-Weltmeister gewesen, zwei Mal konnte der Fahrer-Titel geholt werden. Doch der 207 schreibt auch dieses Kapitel erfolgreich fort: 2007, 2008 und 2009 gewannen Peugeot-Piloten damit die Gesamtwertung der IRC (Intercontinental Rallye Challenge), dem Pendant zur Rallye-WM.
So fährt in jedem Peugeot 207 also auch ein wenig der Sportsgeist der Marke mit – gut spürbar im Fahrwerk, dem das wahrscheinlich sportlich-aktivste Potential aller Peugeot-Modelle innewohnt. Und so was macht einfach Laune, selbst wenn man seinen Löwen nicht unbedingt zum Angasen gekauft hat. Schon gar nicht dann, wenn der 90 PS starke HDi Motor drinsteckt, der laut Prospekt der sparsamste aller zur Auswahl stehenden Triebwerke ist.
Dieselspezialisten waren sie ja schon immer, bei Peugeot, speziell in dieser Liga. Schon im 205er galten die Selbstzünder als robust und zuverlässig – und auch in der „Motoren-Neuzeit“ bemühte sich der PSA-Konzern stets, in Sachen sparsamer Dieselmodelle vorne dabei zu sein. Das gelang, unter anderem mit der Entwicklung der wesentlich laufruhigeren Common-Rail-Aggregate und natürlich mit der erstmals in Serie verbauten Partikelfilter-Technologie „FAP“. Auf diese und noch mehr Tugenden setzt natürlich auch der nur 1,6 Liter große (Downsizing heißt das Schlagwort, Sie erinnern sich?) und 90 PS starke Motor.
Man verwendet einen Aluminium-Motorblock für ein besseres Leistungsgewicht sowie ein hochmodernes Einspritzsystem für möglichst niedrige Verbräuche. Dass „Verzicht“ auf hohem Niveau nicht unbedingt mit fehlender Leistung einhergeht, beweist der 207 1.6 HDi 90 eindrucksvoll: 215 Newtonmeter maximales Drehmoment warten schon im Drehzahlkeller von nur 1.750 U/min, der kleine Diesel wirkt mit dem doch stattlich auftretendem Fahrzeug nie überfordert, die vom Werk angegebenen 11,7 Sekunden von null auf einhundert km/h vergehen gefühlt noch um einen Tick schneller. Lediglich bei Autobahn-Tempo braucht es ein bisserl länger, bis der Schub spürbar wird.
Fakt ist, dass der Fahrspaß trotz der Sparsamkeit nicht zu kurz kommt – am Ende ein zweischneidiges Schwert. Nur 3,8 Liter haben die Peugeot-Ingenieure auf ihrer Normverbrauchsfahrt aus dem Peugeot 207 „herausgezaubert“, unter optimalsten Bedingungen, versteht sich. Wer das im Alltagsleben nachstellen und damit auch den (am Auto auf Badges angegebenen!) CO2-Wert von nur 99 g/km erreichen will, muss sich arg kasteien, und selbst dann gehen sich diese Werte nur mit viel Bauchweh aus. Dazu kommt: Durch den unbestreitbar vorhandenen Fahrspaß mag man den Franzosen auch gar nicht durch die Gegend tragen, im Gegenteil, manchmal juckt der Gasfuß einfach. Wir waren schwach und haben nachgegeben, außerdem viele flotte Autobahn-Etappen durcheilt. Dass dabei trotzdem nicht mehr als runde fünfeinhalb Liter Diesel pro 100 Kilometer aus dem Tank gepumpt wurden, werten wir als Erfolg und geloben Besserung in Form eines geläuterten Gasfußes bei der nächsten Ausfahrt mit dem 207er.
Das Schöne an der Fahrfreude mit diesem Peugeot ist, dass sich selbige nicht bloß aus Motor und Fahrwerk zusammensetzt, nein, es passen auch die restlichen Puzzlesteine perfekt: Harmonisches Spiel von Gas- und Kupplungspedal, feinfühlige, gut dosierbare Bremse, leicht schaltbares Fünfgang-Getriebe und eine direkt ansprechende Servolenkung, die lediglich ihre etwas übertriebene Leichtgängigkeit ablegen könnte. So stört einzig und allein der fehlende Seitenhalt auf dem ansonst äußerst bequemen, gut einstellbaren Gestühl.
Am Fahrersitz sorgt darüber hinaus das in Höhe und Tiefe einstellbare Lenkrad (Serie beim Modell „Trendy“) für eine ergonomisch korrekte Sitzposition, das war in früheren Modellen nicht immer so. Dies gilt auch für den Innenraum generell: Da und dort glänzt zwar noch reichlich Hartplastik, im Großen und Ganzen sind Optik und Haptik aber absolut auf der Höhe der Zeit angekommen, vor allem die Verarbeitung ist deutlich besser geworden: Nichts knackst, scheppert oder raunzt. Im Gegenzug völlig unverständlich ist der penetrante Plastik-Gestank, der sich beim Aktivieren der Heizung (auch ohne Zutun der aufpreispflichtigen Klimaanlage) breit macht. Sensible Gemüter rümpfen ihre Nasen schon nach wenigen Minuten, mit der Zeit bemerkt aber auch der letzte Mitreisende, dass sich der unangenehme Geruch regelrecht im Rachen anlegt. Selbst wenn die „Ausdünstungen“ nicht weiter gesundheitsschädlich sind, störend sind sie allemal.
Schlussendlich ist der Peugeot 207 dem Status „Kleinwagen, Prädikat Frauenliebling“, der seinem Vorgänger doch ein wenig anhaftete, deutlich entwachsen. Mit all seinen positiven Eigenschaften, plus 20 Zentimetern Längenzuwachs und 270 Liter Kofferraumvolumen zielt er bereits deutlich in Richtung Kompaktklasse, wo es in so manchem Innenraum auch nicht großzügiger zugeht. Sonderangebot ist der „Saubermann“ (Außenfarbe „Schnee Weiß“ ohne Aufpreis!) aber dann doch keines: Für 17.270,- Euro steht er beim Peugeot-Händler wohlfeil – wohlgemerkt ohne ESP, das man erst gegen 499,- Euro erstehen kann. Da kommt wohl so mancher Kaufinteressent ins Grübeln – weiße Weste hin oder her.
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