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Ford Focus Econetic 1,6 TDCi (5-türig)
| Ford Focus Econetic 1,6 TDCi (5-türig) | |
|---|---|
| Motor | Duratorq-TDCi-Dieselmotor |
| Zylinder | 4, Reihe |
| Hubraum | 1560 ccm |
| Leistung | 80/109 KW/PS |
| Drehmoment | 240 Nm |
| Kraftübertragung | 5-Gang-Schaltgetriebe |
| Bremsen | Scheiben, vorne innenbelüftet |
| Abmessungen | |
| L/B/H | 4337/1839/1497 mm |
| Radstand | 2640 mm |
| Kofferraumvolumen | 396-1258 l |
| Gewichte | |
| Leergewicht | 1357 kg |
| zulässiges Gesamtgew | 1790 kg |
| Anhängelast | 1300/675 kg |
| Fahrleistungen | |
| 0-100 km/h | 10,9 sec. |
| Vmax | 191 km/h |
| Verbrauch | |
| Werk (Stadt/Land/ges.) | 5,6/3,6/4,3 l |
| Teststrecke (ges.) | 4,8 l |
| CO2 Emissionen | 115 g/km |
| Preis | 22.100,- Euro |
Weiterführende Links
Bald noch sauberer
Ford Focus Econetic: Sportlich sparsam
(ch: 06.11.2009)Wie schnell die Entwicklung noch sparsamerer Modelle derzeit abläuft, demonstriert der Ford Focus Econetic. Seit Anfang 2009 hierzulande lieferbar, kommt in wenigen Monaten bereits eine überarbeitete Version. Rhetorisch gefragt: Ist das wirklich notwendig?
Wahrscheinlich war der Autokauf früher ein deutlich einfacheres Unterfangen: Ein günstigeres Auto hatte einen kleineren Motor, der zwar weniger Leistung zur Verfügung stellte, dafür allerdings auch weniger Treibstoff konsumierte. Je teurer ein Fahrzeug, desto höher Leistung und Betriebskosten – das zur Verfügung stehende Budget für Kauf und laufende Kosten war also relativ einfach auf das Marktangebot umzulegen. Auch das Image, das sich die verschiedenen Hersteller verliehen, war einfacher zu durchschauen. Man wusste, was einen erwartet: Die einen setzten auf konservativ gestylte Modelle, die Zuverlässigkeit vermitteln sollten, die anderen gaben sich progressiv sportlich. Zu den letzteren zählte auch die Marke Ford, die seit Jahrzehnten eine enge Bindung zum Motorsport unterhält: Eine Zeit lang stattete man sogar mit Ausnahme von Ferrari sämtliche Formel 1 Teams mit den konzerneigenen Cosworth-Motoren aus, und die Erfolge im Rallyesport färbten selbst auf die preisgünstigsten Serienmodelle ab – auch wer im 50 PS-Einstiegs-Escort saß, fühlte sich wie die finnische Rennfahrerlegende Hannu Mikkola.
Das soll nicht heißen, dass wir den guten, alten Zeiten nachweinen. Ganz im Gegenteil: Im Zuge der Reduktion von Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen hängt sich praktisch jeder Automobilhersteller – ganz unabhängig vom bisher gepflegten Image – ein grünes Mäntelchen um und bietet eine ganze Reihe an besonders sparsamen und sauberen Modellen an, die mit einem eigenen Umweltlabel versehen werden. Im Regelfall kosten diese Spritspar-Versionen auch ein bisschen mehr: Die Hersteller wälzen einen Teil der Mehrkosten für die zusätzlichen Technologien (gerechtfertigterweise) auf den Käufer ab und stellen es ihm frei, um dasselbe Geld lieber ein besonders sparsames oder ein deutlich leistungsstärkeres Modell zu erstehen. Die alte Regel „Günstig ist sparsam“ gilt also heute nicht mehr.
Auch Ford reiht sich in den Reigen jener ein, die eine eigene Palette an Spritspar-Modellen anbieten, und nützt dabei die Erfahrungen im Motorsport: Wer sich jahrelang mit der Suche nach mehr Performance bei Wettbewerbsmodellen beschäftigt hat, kann dieses Knowhow auch im Streben nach mehr Treibstoffeffizienz verwenden, denn – um hier nur zwei Beispiele zu nennen – ein kleinerer Luftwiderstand macht ein Fahrzeug schneller UND sparsamer, weniger Gewicht sorgt für bessere Fahrleistungen UND einen geringeren Verbrauch.
„Econetic“ heißt das Ford-Umweltlabel, mit dem die besonders sparsamen Versionen der PKW-Modelle Fiesta, Focus und Mondeo sowie der Nutzfahrzeuge Transit und Fiesta Van ausgezeichnet werden. Erster Vertreter der „Econetic“-Familie war dabei die entsprechende Focus-Version, die vor rund zwei Jahren erstmals im Rahmen der IAA gezeigt wurde und mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,3 l/100 km eine neue Bestmarke im Segment setzte. Es dauerte dann jedoch bis Anfang 2009, bis der Focus-Sparmeister auch hierzulande verfügbar war. Deshalb gilt es, den Pionier auf diesem Gebiet noch rasch einem Test zu unterziehen, bevor er bereits im kommenden Jahr von einer technisch überarbeiteten Version abgelöst wird.
Technisch überarbeitet, denn optisch hat der Ford Focus auch keinerlei Eingriff nötig. Das letzte Facelift erfolgte Anfang 2008, im Rahmen dessen das Modell in die höchst erfolgreiche „Kinetic Design“-Sprache übersetzt wurde. Der Focus präsentiert sich auch fast zwei Jahre später noch als brandaktueller, dynamisch gestylter Kompaktwagen, der den Vergleich mit später auf den Markt gekommenen Modellen keineswegs scheuen muss. Vom Standardmodell ist der Econetic (wenn nicht wie in unserem Fall ein großer Schriftzug samt CO2-Angabe auf den Flanken deutlich darauf hinweist) nur für Kenner der Marke zu unterscheiden: Den leichten Verlust an optischer Sportlichkeit durch die serienmäßigen Stahlfelgen, auf denen rollwiderstandsoptimierte Leichtlaufreifen aufgezogen wurden (natürlich lässt sich dieser Umstand durch optional erhältliche 16 Zoll-Alufelgen beheben), machen die Econetic-spezifischen Seitenschweller und Dachspoiler wieder wett. Ein weiteres aerodynamisches Hilfsmittel, das zur Reduzierung des Luftwiderstands beiträgt, ist das tiefergelegte Sportfahrwerk, das beim Focus Econetic den Eindruck des Umweltsportlers noch verstärkt.
Ein geringeres Fahrzeuggewicht zählt beim Focus übrigens nicht zu den Econetic-Maßnahmen. Mit 1.357 kg wiegt er exakt so viel wie das mit dem gleichen Motor ausgestattete Normalmodell. Dafür wurde aber auch nicht am Insassenkomfort gespart: Schließlich bietet der Focus in der von uns getesteten 4,33 Meter langen Fünftürer-Ausführung nicht nur in Notfällen bis zu fünf Passagieren Platz und soll auch zur Bewältigung größerer Distanzen dienen. Dabei macht man sich es gerne in komfortablen Sitzen bequem, dreht am fein gestalteten Lenkrad, liest die Informationen von den sportlich angehauchten Rundinstrumenten ab und schaltet und waltet an der metallisch schimmernden Mittelkonsole. Mag der Focus an der Tankstelle auch ein Asket sein, für seine Fahrgäste bietet er ein elegantes, fast leicht verspieltes Umfeld.
Zu den Instrumenten gehört auch ein Bordcomputer, der unter anderem mit den Angaben zu Momentan- und Durchschnittsverbrauch und einer Schaltanzeige den Fahrer dabei unterstützen soll, die Werksangabe von 4,3 l/100 km zu erreichen. Um es gleich zu verraten: Daraus wurde leider nichts. Trotz frühen Hochschaltens und vorausschauender Fahrweise betrug der Testverbrauch 4,8 l/100 km. Dafür wurde dieser noch immer beispielhafte Wert nicht unter idealen Laborbedingungen ermittelt, sondern im ganz normalen Alltagsbetrieb mit all seinen Unabwägbarkeiten und kann daher als realistischer Anhaltspunkt für alle Focus Econetic-Interessenten gesehen werden.
Der 109 PS starke 1,6 Liter-Duratorq-Dieselmotor ist ein Meister der Understatements: Er spielt sich (auch hinsichtlich der Geräuschentwicklung) nie in den Vordergrund und erfüllt seine Aufgaben sehr effizient. Das manuelle Fünfganggetriebe lässt sich perfekt schalten, verfügt allerdings – wie der Name schon sagt – nur über fünf Gänge. Mit einer zusätzlichen Getriebestufe ließe sich vor allem im Überlandverkehr noch eine weitere Verbrauchseinsparung erzielen.
Großes Vergnügen bereitete das Sportfahrwerk, wobei hier „Sport“ nicht mit „bretthart“ zu übersetzen ist. Bei normaler Fahrweise bietet es den Komfort, den man erwartet, mit einem engagierten Fahrer am Steuer zeigt es dann sein ganzes Potential. Und sollte dessen Übermut dann doch zu groß werden, greift das serienmäßige Stabilitätsprogramm ESP unterstützend ein.
Die Feinkalibrierung des Motormanagements, Leichtlaufreifen, eine überarbeitete elektro-hydraulische Servolenkung, ein spezielles Getriebeöl, die aerodynamische Optimierung der Karosserie und das Sportfahrwerk unterscheiden die Econetic-Version vom Standard-Focus 1,6 TDCi in der 109 PS-Variante. Eine ganze Reihe an Maßnahmen also, deren Gesamtwirkung dann doch relativ klein ist: Die Verbrauchsersparnis beträgt ganze 0,2 l/100 km und grenzt den 22.100,- Euro (inkl. NoVA und MwSt.) teuren Econetic recht wenig vom normalen Programm ab. Dafür ist auch der preisliche Unterschied nicht hoch: wohlfeile 500,- Euro beträgt der Aufpreis für die Umwelttechnologie.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Es kann einem Hersteller, der Umwelt und uns nichts Besseres passieren als ein bereits derart sparsames Standardprogramm, das es einer besonders gekennzeichneten Umweltversion schwer macht, sich davon noch deutlich abzuheben. Ein Umstand, der anscheinend auch den Ehrgeiz der Techniker schürt: Für das kommende Jahr kündigt Ford einen überarbeiteten Focus Econetic an, der mit prognostizierten 3,8 l/100 km mit dem optionalen Start/Stop-System (4,0 l/100 km ohne) den Abstand zu den anderen Versionen wieder entsprechend vergrößert. SaubereAutos.at hat die Möglichkeit, das neue, noch sauberere Modell bereits in wenigen Wochen probezufahren und wird Ihnen von dessen Qualitäten selbstverständlich ausführlich berichten.
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