Dieser Artikel ist aus: Fahrberichte. Er betrifft die Themen: Diesel
Ford Fiesta 1,4 TDCi Van, SportVan, Nutzfahrzeug, Kleinlieferwagen, Stadtlieferwagen, Lieferwagen
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Ford Fiesta 1,4 TDCi Van

Ford Fiesta 1,4 TDCi Van
Motor Duratorq-Dieselmotor
Zylinder 4
Hubraum 1398 ccm
Leistung 50/68 KW/PS
Drehmoment 160 Nm

Kraftübertragung Fünfgang-Schaltgetriebe

Bremsen Scheibenbremsen vorne, Trommelbremsen hinten

Abmessungen
L/B/H 3950/1722/1481 mm
Radstand 2489 mm
Kofferraumvolumen 1004 l

Gewichte
Leergewicht 1060 kg
zulässiges Gesamtgew 1535 kg
Anhängelast 750/545 kg

Fahrleistungen
0-100 km/h k. A. sec.
Vmax k. A. km/h

Verbrauch
Werk (Stadt/Land/ges.) 5,3/3,5/4,2 l
Teststrecke (ges.) 4,5 l
CO2 Emissionen 110 g/km
Abgasnorm Euro4

Preis
Basispreis 13.080,- Euro

Fast zu schön für den Arbeitsalltag

Ford Fiesta 1,4 TDCi Van: Das Ende des Blechwürfels

(ch: 10.07.2009)

Es sind die inneren Werte, die bei einem Kleinlieferwagen zählen - Stichwort: Ladekapazität. Wenn die nüchternen Qualitäten allerdings dazu noch attraktiv verpackt sind, macht der Arbeitsalltag gleich noch viel mehr Spaß.


Um es gleich vorwegzunehmen: Ford hat das Potential der Fiesta-Lieferwagenvariante sofort erkannt und bietet ihn auch als SportVan an. 16 Zoll-Leichtmetallfelgen, ein tiefergelegtes Fahrwerk, ein Sportgrill, ein großer Heckspoiler und Sportsitze drehen den Spieß um und machen aus einem Fahrzeug, das als Klein- und Stadtlieferwagen viel Laderaum bei kompakten Außenmaßen für den beruflichen Einsatz bietet, ein trendiges Transportmittel für all jene, die den Fiesta Van ausschließlich für Freizeit und Hobby nutzen und, um ausreichend Platz für Sportausrüstung, Modellhubschrauber oder vierbeinige Freunde zu haben, auf alles verzichten können, was in Sachen Personentransport über zwei Sitzplätze hinausgeht. Der SportVan ist die herausragendste Verkörperung von Fords „Kinetic Design“-Sprache im Kleinlieferwagensegment und beendet die Epoche der nüchternen Blechwürfel ein für alle Mal. Natürlich bieten auch andere Hersteller (optisch) attraktive Stadtlieferwagen an, doch wer wie Ford schon im Pkw-Bereich mit der neuen Fiesta-Generation einen echten Hingucker im Programm hat, kann sich bei dessen Umwandlung in eine verblechte Nutzfahrzeugvariante über einen gewissen Startvorteil freuen.

 

Das Loblied auf das Design des neuen Fiesta haben wir zwar an dieser Stelle schon hinreichend gesungen, allerdings fügt der Van dem bereits Bekannten eine neue und unerwartete Facette hinzu. Denn während das Verblechen der hinteren Seitenscheiben anderen Fahrzeugen oft einen spartanisch-nüchternen Charakterzug und durch das Mehr an lackierter Oberfläche ein ansatzweise klobiges Aussehen verleiht, wirkt der Fiesta Van wie aus einem Guss, gedrungener und dadurch fast noch dynamischer. Dabei erstrahlte unser Testexemplar in Frost-Weiß, einer zwar bei Kleinlieferwagen oft gewählten, allerdings heiklen Farbe, die jede Falte zuviel, jeden Speckansatz gnadenlos enthüllt. Nicht so beim Fiesta Van, der schon in der Basis-Version wohlproportioniert und tief geduckt nicht den Eindruck eines schüchternen Arbeitstiers macht – vom SportVan ganz zu schweigen. Der Nachteil: Dellen und Kratzer, die im professionellen Einsatz wahrscheinlich unvermeidbar sind, schmerzen beim Fiesta Van doppelt.

 

Auch im Innenraum hat der neue Einsatzzweck nichts an der Verspieltheit (im positiven Sinne!) des Designs verändert: Wie in der Pkw-Version ist auch hier die Gestaltung und Anordnung der Schalter auf Mittelkonsole und Armaturenbrett modern und anders als gewohnt; dennoch sind sie einfach zu bedienen. Die Sitze sind bequem und bereits in der von uns getesteten Basis-Version verfügt der Fiesta Van über eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber, beheizbare Außenspiegel sowie ein Audiosystem mit vier Lautsprechern. Dazu kamen bei unserem Exemplar die aufpreispflichtige manuelle Klimaanlage (700,- Euro), der Beifahrerairbag (150,- Euro) und das preisgünstige und heutzutage fast schon politische unkorrekte Raucherpaket (Zigarettenanzünder und Aschenbecher um 10,- Euro).

 

Drei Motoren stehen beim Fiesta Van zur Wahl. Wir fuhren mit dem 68 PS starken 1,4 Liter TDCi-Dieselaggregat den wahrscheinlich besten Kompromiss aus Kaufpreis und Unterhaltskosten. Der einzige Benziner im Angebot, der 1,25 Liter-16V-Motor, leistet zwar mit 82 PS etwas mehr und kostet netto um genau einen Tausender weniger, dafür stellt er ein geringeres Drehmoment zur Verfügung und sorgt durch den vor allem im Stadtverkehr größeren Durst für höhere Tankrechnungen. Der 1,6 Liter-TDCi-Dieselmotor ist mit 90 PS stärker und mit einer Werksangabe von 4,2 l/100 km (110 g/km CO2) genauso genügsam wie das kleinere Dieselaggregat, allerdings bereits um 2.300,- Euro netto teurer. Unser Testexemplar erwies sich als erstaunlich durchzugsstark, wobei wir die Ladekapazität jedoch nie auch nur annähernd ausreizten. Und: Der Fiesta Van bietet erstaunliches Fahrvergnügen. Das Fahrwerk ist straff, die elektrische EPAS-Servolenkung arbeitet exakt und entlastet den Motor. Die Verfügbarkeit von ausreichend Drehmoment bei bereits niedrigen Drehzahlen unterstützte uns überdies bei einer verbrauchsbewussten Fahrweise: Frühes Hochschalten ist möglich, ohne den Motor jemals zu den leisesten Unmutsäußerungen zu bewegen. Dennoch konnten wir die Werksangabe von 4,2 l/100 km nicht ganz erreichen, ein Wert von 4,5 l/100 km ist trotzdem noch immer respektabel. Ende des Jahres wird im Übrigen noch eine weitere Version des Fiesta Van nachgereicht, die mit dem Beinamen „Econetic“ versehen ist. Kenner der Marke wissen, dass damit all jene Ford-Modelle gekennzeichnet sind, die sich durch einen besonders geringen Treibstoffverbrauch auszeichnen. Beeindruckende 3,7 l/100 km sollen das beim Fiesta Van Econetic sein, und das entspricht einem CO2-Ausstoß von unter 100, nämlich genau 98 g/km.

 

Kommen wir zu jenen Daten und Informationen, die bei einem Nutzfahrzeugtest normalerweise im Mittelpunkt stehen, aufgrund der optischen und fahrdynamischen Qualitäten des Fiesta Van in diesem speziellen Fall allerdings ein bisschen in den Hintergrund gedrängt werden. Der vom Cockpit durch ein Gitter abgetrennte Laderaum verfügt über einen ebenen Boden, der eine maximale Ladelänge von 1296 mm erlaubt und ein Volumen von 1004 Litern bietet. Die Ladebreite beträgt 1278 mm bzw. 1004 mm zwischen den Radkästen, die Ladehöhe bis zu 936 mm. Zur Ladungssicherung sind serienmäßig Befestigungshaken vorgesehen, die Netto-Nutzlastkapazität beträgt 360 kg.

 

10.900,- Euro netto (13.080,- Euro inkl. Steuern) beträgt der Basispreis für den Ford Fiesta Van 1,4 TDCi. Das ist nicht viel für einen Stadtlieferwagen, der aufgrund des mehr als nur gefälligen Designs die Blick der Passanten auf sich (und auf etwaige Werbeaufschriften) zieht. Überdies kann sich der Unternehmer bei diesem Modell über geringe Betriebskosten und zufriedene Angestellte freuen, denen der Fiesta Van einiges an Fahrvergnügen bereitet. Auch für Privatpersonen, die bei ihrem Auto des öfteren auf eine größere Ladekapazität angewiesen sind und auf ein scharfes Äußeres nicht verzichten wollen, bietet sich dieses Fahrzeug an. Und für besonders anspruchsvolle Design-Liebhaber hat Ford ja den SportVan im Programm.


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